Auszeit – das Alleinsein schätzen


Leben / Freitag, November 17th, 2017

Grafik: Gönn dir eine Auszeit

Ich bin ein geselliger Mensch. Jeder, der mich kennt, wird das so bestätigen. Also ich gehe gern aus, lerne neue Leute kennen, wohne bevorzugt in 4+ WG’s und hatte im Zeugnis immer eine Bemerkung wegen übermäßigen Schwatzens.

Der Post heißt trotzdem nicht, Wieso rede ich gern den ganzen Tag sondern Wieso man das Alleinsein schätzen sollte. Ich denke nämlich, dass wir uns zu selten die Zeit für uns nehmen, die wir brauchen. Jeder braucht ab und zu mal eine Auszeit.

Wir sind den ganzen Tag mit Menschen in Kontakt, sei es bei der Arbeit, in der Schule oder Uni, beim Einkaufen, Sport, mit Freunden, Familie oder dem Partner. Da haben wir uns etwas Zeit zum Allein sein schon verdient.

Ich finde, Zeit zum allein Sein gibt einem die Möglichkeit, zu seinem ursprünglichen Ich zurückzukehren. Wie war man eigentlich vor der Beziehung? Vor dem Karrierekick? Der Selbstständigkeit? Dem Baby?
Es ist wichtig, nicht aus den Augen zu verlieren, wer man ist und sein möchte.

Manchmal, wenn ich allein bin, reflektiere ich mein Verhalten in letzter Zeit und denke dann „das solltest du abstellen“ oder auch „das solltest du öfter tun“. Wenn man ständig mit anderen interagiert nimmt man sich selten die Zeit, über das eigene Verhalten nachzudenken. Dadurch versuche ich in meinem Wesen zu wachsen und eine bessere Version von mir selbst zu werden.

Seitdem wir Smartphones haben, langweiligen wir uns eigentlich nie. Das soll also hiermit geändert werden.

Regeln für deine nächste Auszeit:

  • Nimm dir so viel Zeit, wie du brauchst – egal ob 1 Stunde, 1 Tag oder länger
  • Sei allein – geh entweder in dein Zimmer, deine Wohnung oder raus
  • Gib den Leuten in deiner Umgebung Bescheid, damit sie dich in Ruhe lassen und sich keine Sorgen machen
  • Offline-Pflicht – am besten Handy in den Flugmodus schalten
  • Keine Hausarbeit, es sei denn sie macht dir Spaß (soll es geben!)
  • Multi-Tasking vermeiden – es geht nicht darum, alle schönen Sachen auf einmal zu machen sondern sich in dem Moment bewusst zu sein und ihn zu genießen (Musik hören beim Baden geht aber in Ordnung)
  • Tu das, was dir gut tut und genau das, worauf du Lust hast (manchmal nehme ich mir vor ein Buch zu lesen, habe dann aber überhaupt keine Lust darauf und höre statt dessen nur Musik)

Ideen für deine nächste Auszeit:

  • Nichtstun, Gedanken schweifen lassen, aus dem Fenster gucken (gern auch mit einem Kissen auf der Fensterbank, wie manche Omas)
  • ein neues Hobby beginnen (Was wolltest du schon immer mal machen / können / lernen?)
  • einem vergessenen Hobby nachgehen (ob Lettering, Ukulele spielen oder Häkeln – Hauptsache man kann es allein tun und du hast daran Spaß)
  • ein neues Notizbuch einweihen, Gedanken aufschreiben
  • Laut Musik anmachen, frei dazu bewegen/tanzen (dich sieht niemand!)
  • Lieder deiner Jugend hören
  • Fotos anschauen (wie viele tausend Bilder haben wir auf unseren Geräten und wie oft gucken wir uns diese an??)
  • Ausmisten (sehr befreiende Wirkung!), z.B. Klamotten, Make-Up, Kühlschrank, Putzmittel, Schuhe und und und
  • aufwendig Kochen (wozu haben wir Kochbücher, wenn wir doch nie reingucken?)
  • langsam und in Ruhe Essen/Frühstücken/Abendessen
  • Bummeln/ Einkaufen ohne Zeitdruck
  • Spazieren oder Joggen
  • Zu lang Duschen / Baden
  • Meditieren (wenn du es noch nie gemacht hast, empfehle ich dir geführte Meditationen bei YouTube oder mit der App 7Mind)
  • Yoga, Pilates etc. (ich liebe die YouTube Channel happyandfityoga/ happyandfitpilates aber es gibt auch tausende andere)
  • Lesen (Du hast eine Leseliste und kommst nie richtig voran? Dann mal ran an den Speck!)
  • Alte Filme schauen (kein Binge-Watching aber ein paar gute Schwarz-Weiß-Filme oder klassische Romanzen sind einfach entspannend – ich gucke dann meistens Frühstück bei Tiffany, Ein Herz und eine Krone oder Dirty Dancing)

Früher hatte ich den Schlüssel zur Wohnung einer Freundin, wo ich mir eine Auszeit von meiner 6er-WG nehmen konnte, wenn ich sie brauchte. Dort durfte ich dann in Ruhe sitzen, aus dem Fenster in den Park schauen und mich einfach meines Lebens freuen. Meist haben mir hier schon ein paar Stunden gereicht, um Kraft zu tanken.

Carrie behält auch ihre kleine Wohnung, obwohl sie mit Big zusammen wohnt. Damit sie dort in Ruhe arbeiten und schreiben kann. Das unterstreicht nur meine These, dass das Alleinsein gut ist für die Kreativität und geistige Leistungsfähigkeit.

 

Macht ihr so etwas auch regelmäßig? Und wenn ja, wie oft und wie lang?
Oder seid ihr entspannter, wenn ihr jemanden bei euch habt?
Erzählt mir gern in den Kommentaren, wie ihr neue Kraft tankt oder was ihr in eurer Auszeit so macht.

Liebste Grüße
Laura

 

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