Finde deinen eigenen Stil


Leben, Wachsen / Freitag, Dezember 1st, 2017

Grafik: So findest du deinen eigenen Stil

Ich möchte nicht behaupten, dass ich einen guten Stil habe. Manche mögen sogar meinen, es sei kein Stil, sondern nur normal, wie ich aussehe und lebe. Fakt ist aber, dass wir über unsere Kleidung, unser Styling oder unsere Einrichtung ausdrücken, wer wir sind. Das macht uns einzigartig. Oder nicht? Dieser Artikel soll dir dabei helfen, herauszufinden, ob dein Stil dich ausdrückt oder wenn nicht, wie du das erreichen kannst.

Wir haben vermutlich alle diese Pinterest Boards mit knapp über 1000 Pins zum Thema Wohnen, Mode, Haare oder was auch immer. Wenn du kein Pinterest hast (whaaaat??) dann hast du so etwas Ähnliches bestimmt als Lesezeichen in deinem Browser oder sammelst analog Zeitschriftenausschnitte.

Ich mache ALLES davon. Ich sammle gern alles, was ich schön finde – wie ein Messi. Manchmal schaue ich es mir dann sogar noch an. Hintergrund ist der, dass ich mich einfach gern inspirieren lasse. Der Vorteil daran ist: Ich weiß, was ich mag. So kommen wir zu den Punkten, die dir dabei helfen sollen, deinen Stil besser definieren zu können.

Wissen, was dir gefällt

Nicht jeder muss so viel unnütze Recherche über verschiedene Blau-Töne betreiben wie ich. Aber schau dich einfach etwas um und merke dir, was dir gefällt. Vielleicht notierst du es in einem kleinen Heft oder du speicherst es dir online bei Pinterest oder Pocket.

Schaue dich um; auf der Straße, im Fernsehen, online, in Printmedien oder Geschäften. Und selbst wenn dir nichts gefällt, dann weißt du immerhin schon mal, was dir NICHT gefällt bzw. was nicht dein Stil ist.

Also wie genau sieht dein Stil aus? Wir gehen da mal schrittweise ran…

 Wo bist du glücklich? Wie fühlst du dich wohl?

Bei mir ist diese Antwort auf jeden Fall, am Meer. Natürlich sind die vorherrschenden Farben in meiner Wohnung daher blau (Wasser) und beige (Sand). Diese Verbundenheit mit der Ostsee macht mich aus und dort fühle ich mich wirklich pudelwohl.

Mein Wohnzimmer in blau und beige
Mein Wohnzimmer

Für meinen Freund sind diese Wohlfühlorte im Wald oder oben auf einem Berg, wo man über Berggipfel und bewachsene Hänge sieht. Die Glücksfarben für ihn sind daher dunkelgrün, grau und weiß. Wie du siehst, ist es bei jedem anders.

Mach dir also Gedanken darüber, wo du dich besonders gut fühlst und dann hast du schon mal ein Farbkonzept. Es müssen allerdings nicht unbedingt Naturfarben oder eine Umgebungen sein, an der du dich orientieren kannst.

Sagen wir du hast eine schöne Kindheitserinnerung an die Wolldecke bei deiner Oma, unter der du lagst wenn du krank warst und sie dich gepflegt hat. Dann kann ein warmer Kuschelpullover gleich das Gefühl von Geborgenheit und Wohlsein bei dir auslösen.

Hol dir eine zweite Meinung ein

Natürlich macht Einkaufen und Stöbern am meisten Spaß mit einer Freundin. Mit Männern kann man ja nun wirklich nicht zu Ikea gehen. Es ist in Ordnung, sich eine zweite Meinung einzuholen, vor allem, wenn es um eine große Anschaffung geht wie ein Sofa oder ein paar teure Schuhe.

Aber letztendlich triffst du die Entscheidung ganz allein und dabei solltest du dich auf dein eigenes Gefühl verlassen.

Zum Thema Blau und Meer eine kleine Anekdote: Ich hatte kleidungstechnisch mal eine starke Blau-Phase. Ob mit Streifen, Punkten, einfarbig, hell, dunkel, mit Batikmuster, aus Wolle oder Polyester – Hauptsache in blau.

Dann stand ich in Hamburg in einem Laden und probierte ein blaues Kleid an. Die Mitarbeiterin des Ladens kam zu mir, zuckte etwas zusammen und sagte: „Wow – also blau steht Ihnen wirklich überhaupt nicht“. Ja, ich muss selbst darüber lachen.

Ich finde ja gut, wenn jemand einem die ehrliche Meinung sagt (besonders Verkäuferinnen!) aber letztendlich habe ich entschieden, dass ich mich darin gut fühlen muss und es daher egal ist, ob sie meinte, dass es zu meinen grün-braunen Augen passt oder nicht.

Dazu kommt: Mode ist temporär; was wir jetzt tragen wird uns in ein paar Jahren vielleicht super peinlich erscheinen. Unsere Enkel werden uns später vermutlich für Bomberjacken und Röhrenjeans auslachen (wer weiß?). Also sollten wir dann wenigstens mit Überzeugung sagen können, dass wir uns damals darin gut gefühlt haben und dass dies eben der eigene Stil war und die eigene Persönlichkeit ausgedrückt hat.

Verlasse dich auf deine Intuition & differenziere

Das erste Bauchgefühl ist meistens das Beste. Wenn ich von einem Paar Schuhe nicht sofort begeistert bin, kaufe ich es nicht. Das musste ich aber auch erst lernen.

Weil ich gemerkt habe, was dir schöne Stücke dir für ein gutes Gefühl geben können. Das klingt nach einem Lobeslied auf den Kapitalismus aber gerade im Gegenteil, ich möchte, dass wir eher bewusster wirklich schöne, zu uns passende Teile kaufen.

Ein Beispiel: Es ist Montagmorgen. Früh. Zu Früh. Du greifst in deinem Kleiderschrank. Und dann ist dort dieses eine Oberteil, von denen du absolut hingerissen bist und in dem du dich einfach klasse fühlst. Schon wird deine Laune am frühen Montagmorgen besser sein.

Wie wäre es, wenn alle deine Sachen wie Accessoires oder Möbelstücke das könnten? Würden wir uns dann nicht immer fabelhaft fühlen?

Denk also möglichst bei jedem Kauf wirklich darüber nach, was es in dir auslöst. Und auch wenn es ganz cool und reduziert ist, du dir aber nur denkst „Das ist ganz nett, vielleicht kann man das mit X gut kombinieren“ – BITTE KAUF ES NICHT. Vermutlich wird es im Schrank liegen bleiben bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.

Zeige, wer du bist

Oder: Wer du sein möchtest. Du kannst dich ja mal im Spiegel ansehen oder in deiner Wohnung umsehen und fragen:  Wenn ich mich jetzt sehen würde, wie würde ich mich dann einschätzen? Ist das genau so, wie ich rüberkommen möchte?

Vor vor einem Bewerbungsgespräch beispielsweise solltest du hinterfragen, wie viel von dir jetzt wirklich in deinem Outfit steckt oder ob du dich gerade verkleidest. Wenn du dich in deiner Haut wohl fühlst, wirst du auch den besten Eindruck beim Gegenüber erzeugen.

Die Hauptsache ist, du trägst bestimmte Klamotten nicht nur, weil es alle zurzeit tragen. Vielleicht ist jetzt der Punkt gekommen, um eins mal öffentlich zu schreiben: /Liebe Kleidungsindustrie, nicht alle Menschen lieben Crop Tops also bitte hört auf bei den ganzen Oberteilen das untere Drittel abzuschneiden!/

Ich gebe zu, ich habe auch zwei T-Shirts im Schrank, die eigentlich zu kurz sind. Zwar finde ich es cool bei anderen aber das bin einfach nicht ich. Die Wahrheit ist, dass ich sie nie wirklich getragen habe und nur auf den nächsten Flohmarkt warte, um sie wieder loszuwerden und Platz in meinem Schrank zu schaffen. Jeder hat mal schwache Momente.

Keine Regeln

Es wird einem überall erzählt: „Dies sind die 3 Must-Haves der Saison“ oder „Diese 5 Stücke musst du in deinem Kleiderschrank haben“. Ich finde das Quatsch und bitte lass du dich davon auch nicht unter Druck setzen.

Wenn es dir gefällt, ok. Wenn du aber keine farbigen Hosen trägst, dann brauchst du auch keine Blue Jeans im Schrank, nur weil man sie „zu allem kombinieren kann“. Ebenso mit Blazern. Wenn das nicht dein Stil ist und du dich darin nicht wohlfühlst, lass es sein!

Regeln gibt es für so viele Bereiche, das wir sie unterbewusst mit aufnehmen und andere auch danach beurteilen. Man soll nicht die Augen und die Lippen gleichzeitig betonen – wieso denn nicht?

Dein eigener Stil folgt nur deinen eigenen Regeln und das ist gerade das Schöne daran.

Stilmix

Dein Stil kann auch aus mehreren Stilen bestehen! Warum denn auch nicht?

Du kannst dich nicht entscheiden? Oder du passt deine Kleidung immer auf deine Stimmung an? Das ist komplett in Ordnung, du brauchst nur mehr Platz zum Verstauen 😉

Stilmixe sind besonders bei Kleidung natürlich gut machbar. Besonders, wenn man sich nicht entscheiden kann. Ich liebe so viele verschiedene Farben, Muster oder Arten von Schnitten und trage die Stücke je nach Gemütslage. Das ist mein Stil, würde ich sagen 🙂

Und auch wenn du alles auf einmal tragen willst – Go for it! Trends wie Colour Blocking oder Layering zeigen ja gerade, dass es keine Tabus gibt sondern alles mit einander kombinieren kann, was man möchte.

Mein bunter Kleiderschrank
Blick in meinen Kleiderschrank

Ich möchte dich dazu motivieren, einfach zu tragen, worin du dich unheimlich wohl fühlst. Oder worin du vor dem Spiegel stehst und denkst: „Du siehst wirklich hammer aus heute“.

Die Einrichtung oder Dekoration, bei der du gerne nochmal im Türrahmen stehen bleibst und lächelnd zurück schaust. Das Make-Up, das dir mehr Selbstbewusstsein gibt, selbst wenn die Lippenfarbe angeblich etwas zu Rot für den Alltag ist.

Schluss mit diesem „wenn ich 5 kg abnehme, steht mir dieses Oberteil bestimmt super“ oder „so oft fasse ich die Hochglanzoberflächen meiner Küchenzeile ohnehin nicht an“. Das Resultat ist dann, dass du stundenlang vor dem Kleiderschrank stehst und nichts zum Anziehen findest und alle 2 Tage die Küche putzt. Wir wissen unsere Zeit doch aber wirklich besser zu nutzen oder?

 

Zeige oder schreib mir gern, was deinen Stil ausmacht. Auch wenn du noch Tipps dazu hast, wie man seinen Stil findet, schreibe es mir gern in die Kommentare.

 

Liebste Grüße,

Eure Laura

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