5 Anzeichen dafür, dass deine Kündigung überfallig ist


Karriere / Freitag, Dezember 15th, 2017

5 Anzeichen dafür, dass deine Kündigung überfällig ist

Ich habe mit vielen Leuten aus meinem näheren Umfeld gesprochen, die alle mit ihrem Job unzufrieden sind und heimlich von der Kündigung träumen.

Was sie in ihrem alten Arbeitsverhältnis hält, ist das Glorifizieren der guten Seiten und das Runterspielen der Schlechten. Sie sagen sich: Woanders hättest du dieses oder jenes vielleicht nicht, dort müsste ich mich erst wieder einarbeiten, woanders wären möglicherweise die Kollegen nicht so nett und und und… Vielleicht kommt ihnen eine Kündigung auch sozialem Suizid gleich oder dem Gefühl, einfach aufgegeben zu haben.

Aber das ist alles unwichtig. Die einzige Person, um die du dir Gedanken machen solltest, bist du selbst. Nicht, wie viel die netten KollegInnen dann zu tun haben, wenn du weg bist (Auch wenn es schwer fällt das auszublenden). Nicht, was euer Umfeld darüber denkt.

Aber wann ist es wirklich Zeit zu gehen? Wenn dir die folgenden Anzeichen bekannt vorkommen, solltest du bald deine Kündigung einreichen.

1. Du redest dir den Job schön

Stell dir das mal vor, wie bei einer Beziehung: Deine Freundin erzählt dir, sie hat schon länger Probleme mit ihrem Freund und fühlt sich in der Beziehung nicht mehr wohl. Und sie sagt sich selbst, dass sie es doch aber gut mit ihm hat, weil er nach 4 Jahren sein Geschirr eigenständig in den Geschirrspüler räumt. Und überhaupt sei Dating ihr jetzt wirklich zu anstrengend.

Was antwortest du ihr? Vermutlich so etwas wie „Liebes, du machst dir etwas vor, wenn du meinst, es wäre alles gut. Du solltest Schluss machen, wenn du dich nicht mehr wohl fühlst.“ Ebenso kann man es mit dem Job sehen. Sobald man sich selbst überreden muss, ist das kein gutes Zeichen.

Ja, man sollte nicht zu schnell das Handtuch schmeißen. Und man sollte sich natürlich die positiven Aspekte der eigenen Arbeit öfter mal vor Augen führen. Aber man sollte sich nicht selbst dazu überreden müssen, seinen Job zu mögen.

2. Du checkst deinen Marktwert

Na, schon mal geguckt, was der Arbeitsmarkt allgemein so hergibt und wie der eigene Kurs so steht? Das ist ok, wir leben in einer Zeit, in der wir auf so viele Informationen zugreifen können und das sollten wir uns auch Zunutze machen.

Vor allem ist das aber schon ein Zeichen dafür, dass du deinen aktuellen Job nicht mehr allzu lange machen solltest. Du hast sicher schon von „innerer Kündigung“ gehört. Wenn du also schon nach anderen Angeboten geguckt hast – vielleicht sogar schon interessante Ausschreibungen entdeckt hast – trennst du dich innerlich schon teilweise von deiner aktuellen Anstellung.

Das schlägt sich auf deine Arbeitsleistung nieder. Lange wirst du auf deiner Position nicht mehr bleiben also nimm gleich das Ruder in die Hand und bewerbe dich auf eine geeignete Stelle. Und das lieber früher als später, denn sobald du innerlich gekündigt hast, hilfst du weder dem Unternehmen noch dir selbst, wenn du dich weiter dorthin zwingst.

3. Du hast körperliche Beschwerden

In meinem Artikel „Lessons Learned: Berufsausbildung“ habe ich euch erzählt, dass ich während meiner Ausbildung ein Magengeschwür bekam. Negativer Stress kann folgende Erkrankungen zur Folge haben:

  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Magen- und Darmprobleme sowie Verdauungsprobleme
  • Schlafstörungen
  • erhöhte Infektanfälligkeit und Viruserkrankungen
  • Hauterkrankungen
  • Angst und Angststörungen
  • Tinnitus

Das klingt alles nicht besonders gut, oder?

Vielleicht hast du manchmal plötzliche Magenschmerzen, Kopfschmerzen oder Übelkeit ohne dass du es dir erklären kannst? Unter anderem sind das Anzeichen dafür, dass dich dein Job nicht nur nicht glücklich sondern sogar körperlich krank macht.

Du willst deine Gesundheit sicher nicht aufs Spiel setzen für einen Job, den du nicht liebst.

4. Sonntag ist der schlimmste Tag der Woche für dich

Sonntag ist ein Familientag, an dem man rausgeht, ausgiebig kocht oder sich ganz doll einkuschelt und Filme guckt. Oder hast du zum Sonntag eine andere Assoziation? Kennst du vielleicht das Gefühl des Unwohlseins, wenn du Sonntag (vielleicht schon morgens) nur daran denkst, dass morgen die Arbeit wieder los geht?

Ich glaube niemand denkt sich Sonntagabend vor dem Einschlafen: „Jej, nur noch einmal schlafen, dann ist Montag und es geht endlich wieder zur Arbeit“. Aber es gibt einen Unterschied zwischen der normalen Abneigung dagegen, dass die Freizeit zuende ist und dem Gefühl der absoluten Frustration bei dem Gedanken daran, wieder zur Arbeit gehen zu müssen.

5. Geld ist dein Hauptmotivator

Es mag Menschen geben, die tatsächlich glücklicher sind, wenn sie viel Geld haben. Aber wenn wir ehrlich sind, ist das doch nicht alles. Wozu soll man 60 Stunden pro Woche arbeiten und viel Geld verdienen, obwohl man dann keine Zeit hat, es auszugeben? Keine Zeit für die Familie, für Freunde oder Hobbies?

Sich finanzielle Sicherheit zu wünschen ist das Eine – das kann ich auch absolut verstehen. Ohne Ersparnisse da zu stehen, ist für mich auch die absolute Horrorvorstellung. Wenn man aber mal überlegt, was man wirklich nur braucht zum Leben und wie viel das kostet, dann käme man vermutlich auch mit weniger zurecht.

Wenn es dir sehr wichtig ist, immer flüssig zu sein, bewerbe dich neben deinem aktuellen Job und sobald du eine Zusage hast, verschickst du deine Kündigung. So hast du im besten Fall kein Ausfallgehalt.

 

 

Man sollte nicht einfach so etwas hinschmeißen, weil man gerade eine Aufgabe bekommen hat, die einem keinen Spaß macht. Oder ein Kollege heute in der Cafeteria einen Witz auf deine Kosten gemacht hat.

Aber ich denke dass manche viel häufiger in einer Anstellung bleiben, die ihnen nicht gut tut, die sie krank macht oder den Schlaf raubt, nur weil sie sich vor der Kündigung scheuen.. Oder vor der Herausforderung danach.

Das sollte nicht so sein. Vertraue auf dich und deine Fähigkeiten. Du wirst eine neue Anstellung finden und dich damit von der täglichen Frustration befreien, die du bei deiner Arbeit empfindest. Und wer weiß, welches Abenteuer als nächstes auf dich wartet.

Den perfekten Lebenslauf gibt es ohnehin nicht. Solange du jeden Jobwechsel im Gespräch oder Motivationsschreiben plausibel begründen kannst, wird es dir nicht negativ ausgelegt. Vielleicht träumt der Personal selbst von der Kündigung und bewundert dich daher für deinen Mut. Also mach daraus keine Schwäche sondern eine Stärke!

Das positive ist ja: Die Tagträume, die du schon von deiner Kündigung hast, kannst du dann endlich in die Tat umsetzen 😉

 

Liebe Grüße

Deine Laura

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