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Karriere, Wachsen / Freitag, Februar 2nd, 2018

Grafik: erfolgreich netzwerken für Frauen

Vielleicht ist dir das auch schon mal passiert: Du bewirbst dich auf eine Stelle, von der du überzeugt bist, dass du 110% der Anforderungen erfüllst und dir so viel Mühe mit dem Anschreiben gegeben hast, dass deine Motivation einem förmlich vom Bildschirm ins Gesicht springt. Aber dann bekommst du eine Absage und wirst nicht einmal zum Gespräch eingeladen. Wtf?

Das kann natürlich viele Gründe haben. Auf die meisten davon hast du keinerlei Einfluss. Am häufigsten kommt es dabei vor, dass jemand vor dir für die Position infrage kommt, der persönlich empfohlen wurde oder bereits eine Beziehung zum Unternehmen hat.

Schade, oder? Jede dritte Stelle wird heutzutage durch Vitamin B besetzt. Und wie man sagt: Beziehungen schaden nur denjenigen, die keine haben. Also setzen wir uns mal wirklich mit dem Thema auseinander – was müssen wir tun um das richtige, berufliche Netzwerk aufzubauen? Und was gibt es zu beachten, damit es das nächste Mal mit dem Traumjob klappt?

Erstmal schauen wir uns an, was für Netzwerke es gibt, die du für dich nutzen kannst.

Verschiedene Arten von Netzwerken

  • Interessenverbände
    Oberbegriff für verschiedene Netzwerke mit Mitgliedern derselben Interessen, häufig mit einer politischen Motivation; z.B. Gewerkschaft oder Tierschutzverein
  • Berufsverbände
    Gebildete Netzwerke für die Interessenvertretung und den Austausch von bestimmten Berufsgruppen; z.B. Schriftstellerverband, Ärzteverband
  • Business-Clubs / Private Member-Clubs
    Häufig werden Mitglieder in Elite Clubs nur durch Empfehlung aufgenommen, denn es geht um Exklusivität, beruflicher Austausch steht im Vordergrund; z.B. YPO, EO
  • Service-Clubs
    Persönlicheres Verhältnis als bei Business Clubs, weniger elitär, Diskussion von privaten und beruflichen Belangen, häufig verbunden mit gesellschaftlichem Engagement; z.B. Rotary, Lions
  • Freizeit-Vereine
    Vereinigung von Menschen mit demselben Hobby, sei es Sport oder Kultur; z.B. Tennis-Club, Fußballverein
  • Soziale Online Netzwerke
    Digitales Adressbuch von beruflichen Kontakten; z.B. Xing, LinkedIn
  • Charity Projekte
    Temporäre Vereinigung mit dem Zweck, ein einheitlich für wichtig erachtetes gesellschaftliches Problem zu lösen; z.B. Flüchtlingshilfe, Die Tafel

Welche Netzwerke sind für dich sinnvoll?

Generell gesagt: Alle :-)! Beziehungsweise die, um die du dich auch wirklich bemühst bzw. die du zeitlich bedienen kannst. Du solltest dir keine Verpflichtungen aufzwingen, die du nicht erfüllen kannst.

Um zu klären, welche Netzwerke dir helfen, musst du dir zunächst Gedanken über dein Ziel machen. Als Beispiel nehmen wir mal an, du möchtest im Marketingbereich Fuß zu fassen und langfristig erfolgreich werden. Jetzt gibt es zwei Ansatzpunkte, je nach deiner individuellen Zielsetzung:

  1. Bei Young Professional Get Togethers kannst du dich mit gleichaltrigen austauschen und beispielsweise in Erfahrung bringen, welchen Herausforderungen sich andere in der Branche stellen müssen.
  2. Auf Tagungen oder einem Vortrag und erfährst direkt von Managern, was ihr Erfolgsgeheimnis ist und was ihnen dabei geholfen hat, nach ganz oben zu gelangen.

Frage dich dabei auch, was du deinem Gegenüber für einen Nutzen bringen kannst, damit sich die Beziehung langfristig für beide Seiten lohnt. Häufig sucht man sich dabei natürlich Menschen auf derselben hierarchischen Ebene aber das muss nicht sein. Wie du auch im Gespräch mit Managern einen guten Eindruck hinterlässt, liest du weiter unten.

Berufliche Netzwerke vs. private Netzwerke

Je nach Branche kann es variieren, welche Netzwerke für dich langfristig am meisten bringen. Für Blogger beispielsweise sind Facebook, Instagram & Co. unverzichtbar. Ich bin beispielsweise in einigen Facebook Gruppen, in denen man sich regelmäßig über alle möglichen Probleme austauscht, von der Schreibblockade über technischen Fragen bis hin zu Suchmaschinenoptimierung.

Für viele sind allerdings berufliche Netzwerke die gängigere Alternative. Bei Xing kann man beispielsweise auch in Gruppen der jeweiligen Branche eintreten und dort mit anderen Gleichgesinnten diskutieren und Tipps austauschen. Darüber hinaus ist es sehr interessant zu sehen, mit wem die hinzugefügte Person wiederum vernetzt ist, um interessante neue Kontakte zu knüpfen.

Online Netzwerke vs. offline Netzwerke

So einfach und praktisch Xing und LinkedIn auch sind, sie ersetzen nicht den persönlichen Kontakt. Nur durch Dialog und direkten Austausch kann Vertrauen entstehen und somit die Möglichkeit einer Empfehlung.

Der Gegenüber soll sich ja ein Bild von dir als Mensch machen, denn häufig ist der Cultural Fit in einem unternehmen durchaus nicht zu unterschätzen.
Desto mehr zu networkst, kannst du zudem deine soziale Kompetenz fördern. Und wer weiß, wohin dich das wieder bringen kann? 😉

Einen guten Eindruck machen – DO’S:

  • dem Gegenüber genau zuhören, intelligent und aufrichtig interessiert nachfragen
  • auf ein Gespräch vorbereiten – Informationen über die Person einholen und Gemeinsamkeiten finden
  • erst geben, dann nehmen
  • immer Visitenkarten dabei haben
  • vorbereitet sein auf einen „Elevator Pitch“ – kurz & prägnant dich oder deine Idee vorstellen können
  • Qualität vor Quantität – vernetze dich nur, wenn du auch bereit bist, dich um den Kontakt zu kümmern

Einen guten Eindruck machen – DON’TS:

  • ein schlechtes Gewissen haben – laut ZEIT Online haben die meisten ein schlechtes Gefühl, wenn sie einen Gefallen einfordern aber das brauchst du nicht, solange du dem anderen auch einen Mehrwert lieferst!
  • nicht erst anfangen zu netzwerken, wenn du bereits ein Problem hast – wie die Finanzierung eines Projekts oder die Jobsuche, plane deine Netzwerke stattdessen strategisch und im Voraus
  • versuchen, nur selbst davon zu profitieren – dann wirst du nicht lange etwas von deinen beruflichen Kontakten haben und vielleicht kann es sogar negative Folgen für dich haben

Was du sonst noch beachten solltest

Das Kindergeburtstags-Prinzip

Es gilt: wer dich selbst in der Vergangenheit eingeladen hat, wird auch zu deinen Events eingeladen. Sei es ein Vortrag, ein informelles Treffen in einem Café oder eine Launch Party.

Wichtige Kontakte pflegen

Es ist wirklich wichtig, die beruflichen Kontakte auch zu pflegen, weshalb man auch bei Netzwerken etwas selektieren sollte. Eine Empfehlung ist dabei, die Vernetzung mit sogenannten „Schlüsselpersonen“.

Diese Personen haben selbst ein sehr großes Netzwerk und können sich als sehr hilfreich erweisen. Schlüsselkontakte sind in einem Unternehmen beispielsweise diejenigen aus der Personalabteilung oder dem Betriebsrat. Sie kennen viele Leute innerhalb des Unternehmens und können dir interessante Möglichkeiten aufzeigen.

Über den Tellerrand zu schauen

Kontakte außerhalb der eigenen Abteilung können allgemein sehr hilfreich sein und interessante Insights liefern. Mit der App ‚Never Eat Alone‘ kannst du dich online sogar mit Leuten aus deiner Firma zum Mittag verabreden, die du vermutlich so nie angesprochen hättest.

Auch firmenübergreifende Netzwerke helfen dir beruflich weiter. Vorträge in der Industrie- und Handelskammer oder bei Berufsverbänden sind beispielsweise eine gute Gelegenheiten, um dich mit Personen aus deiner Branche fachlich auszutauschen.

Wie in einer Freundschaft sollte eine berufliche Beziehung ein gegenseitiges Geben und Nehmen sein. Wenn dem so ist, können sich beide Seiten privat und beruflich unterstützen, kooperieren, fördern und davon profitieren.

Konkrete Zielsetzung

Je nach dem, wie weit in der Zukunft dein angestrebtes Ziel liegt, solltest du mit dir selbst größere oder kleinere Zwischenziele vereinbaren. Am besten mit einer quantifizierbaren Größe, zum Beispiel:

Ich möchte einen neuen Kontakt pro Woche dazu gewinnen, mich zwei mal pro Monat persönlich mit jemandem treffen und ein Netzwerkevent pro Quartal besuchen. Das hilft dir dabei, am Ball zu bleiben und nachhaltig dein Netzwerk zu pflegen.

Wie finde ich Netzwerkveranstaltungen in meiner Nähe?

Hier findest du eine Übersicht über (fast?) alle Netzwerke in Deutschland: Business Clubs & Netzwerke – Dictyonomie (Oh mein Gott, wenn du in Berlin wohnst – herzlichen Glückwünsch, du musst nie wieder allein zuhause sein ;-))

Tagungen, Messen und sonstige Events sind häufig auf eine bestimmte Zielgruppe ausgelegt, je nach dem zum Beispiel nach Branche oder Berufsgruppe. Wenn du einfach bei Google nach deiner gewünschten Netzwerk-Gruppe sowie deinem Ort suchst, wirst du hier leicht fündig werden.

Das funktioniert beispielsweise auch mit Hierarchieebenen, z.B. „Young Professionals Netzwerkveranstaltung“. Manchmal sind die Veranstaltungen auch als „Get Together“ oder „Business Breakfast Club“ aufgeführt.

Netzwerke für Klein- und mittelständische Unternehmen findest du hier: BNI

Frauenpower – Netzwerke von und für Frauen

Diesen Punkt muss ich einen separaten Absatz widmen, weil ich mehrmals gelesen habe (unter anderem in diesem ZEIT Online Artikel), dass Frauennetzwerke nicht erfolgreich sind. Stattdessen führt es angeblich häufig sogar dazu, dass sich Frauen von Männern abgrenzen und auch so wahrgenommen werden.

Ich denke nicht, dass man das so als Begründung hinnehmen sollte. Nach wie vor ist es so, dass Frauen in der Führungsebene unterrepräsentiert sind. Was spricht also dagegen, sich mit anderen erfolgreichen Frauen bzw. denjenigen, mit denselben Laufbahnerwartungen zu vernetzen? Gemeinsam sind wir stärker!

In dem sehr interessanten Artikel der „Working Women“ las ich zuletzt den Satz „Netzwerke halten am besten, wenn sie um die Bedürfnisse von Frauen herum gebaut werden.“ Und das macht absolut Sinn! So gibt es Gruppen für Working Moms ebenso wie für weibliche Entrepreneurs. Pro Exzellenzia ist ein Programm extra für Frauen in Führungspositionen. Ist das nicht fantastisch?

Unter dem Dachverband BPW (Business Professional Women) kommen einige Vereine zusammen. Auf der Webseite kannst du bequem nach Organisationen in deiner Umgebung suchen.

 

Du willst noch mehr über das Thema erfahren? Hier habe ich dir noch ein paar hilfreiche Links zusammen gestellt:

Weiterführende Links

Du bist introvertiert und weißt nicht wie du am besten networkst? Hier sind ein paar interessante Blog Einträge dazu:

Allgemeine Hinweise, wie du erfolgreich wirst:

Die aktuelle Ausgabe der „Working Women“ by Emotion hat sehr interessante Artikel und Interviews zu dem Thema:

Eine komplette Zusammenfassung sowie viele Tipps findest du auf:

Vor allem in der Gründungsphase oder zum Start eines neuen Projekts können berufliche Kontakte sich als sehr hilfreich erweisen. Konstruktive, fachliche Kritik oder eine gute, persönliche Beziehung kann vielleicht den Ausschlag über Erfolg oder Misserfolg geben.

Bist du jetzt auch so motiviert wie ich? Super. Dann schlagen wir uns mal ins Getümmel und networken wie Erwachsene – aber mit Spaß 🙂
Solltest du noch Ergänzungen oder Veranstaltungstipps für mich haben, schreib es mir unbedingt in die Kommentare!

Liebe Grüße
Deine Laura

 

 

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