Offline-Modus


Leben / Montag, Februar 12th, 2018

Vielleicht hast du es schon bei Instagram gelesen oder dir ist aufgefallen, dass ich am Freitag keinen Beitrag veröffentlicht habe… Der Grund ist: Ich war fast 4 Tage offline. Krass, oder?

Tatsächlich war es ein kleiner Schock, als am Freitagmorgen das Internet in meiner alten Wohnung nicht mehr ging. Den Abschalt-Termin hatte ich schon ganz vergessen – vermutlich absichtlich verdrängt.

Zwangs-Pause

Eigentlich hatte ich alles optimal geplant: dass Freitagabend das Internet abgestellt wird, ich das ganze Wochenende so mit Kisten tragen beschäftigt bin, dass ich ohnehin keine Zeit für Soziale Medien habe und dann am Montag im Morgengrauen der Techniker in der neuen Wohnung alles freischaltet. Damit ich nicht stundenlang – geschweigedenn einen ganzen Tag – ohne Internet auskommen müsste. Ziemlich erbärmlich, diese Abhängigkeit.

Mein Datenvolumen vom Handy ist natürlich außerdem aufgebraucht und während einer einzigen Google Suche kann ich mir eine Kanne Tee kochen und die Spülmaschine bestücken. An die Nutzung von Instagram oder Pinterest ist also nicht zu denken.

Internet-Nutzverhalten bewusst machen

Seitdem fällt mir nun auf, wie oft ich mein Handy am Tag in die Hand nehme. Bis ich merke, dass ich damit gar nichts anfangen kann außer die Uhrzeit zu checken. Und ich denke immer öfter… auch wenn das Internet ginge, was würde ich dann mit dem Handy in meiner Hand machen? Etwas, das tatsächlich einen Mehrwert für meine begrenzte Lebenszeit liefert?

Ich bezweifle das immer mehr. Dabei bin ich weder Smartphone-süchtig (erwiesenermaßen durch diesen Test) noch bin ich mir meines Verhaltens nicht bewusst. Allerdings bin ich mir jetzt bewusster. Seit einem Jahr mache ich immer wieder Schritte zurück, um das ständige Nutzen des Smartphone einzukürzen – erstmals durch die Deinstallation von Casual Games (nur Quizduell durfte bleiben), dann durch das Verabschieden von der Facebook und Snapchat App auf dem Handy.

Wie ich jetzt merke, bin ich aber lange nicht soweit unabhängig, dass mich die komplette Abschottung von der digitalen Welt nicht beeinträchtigt. Ich denke, dass es vielen auch so geht wie mir.

Heutzutage gibt es schon so viele Angebote von Detox Camps, wo Leute Geld dafür bezahlen, nicht erreichbar zu sein. Sie verschreiben sich selbst eine Pause von der ständigen Online Partizipation. Aber warum muss es soweit kommen, dass man dafür extra ein Camp besuchen muss? Sollte es nicht ganz leicht sein, ab und zu das Handy und den Laptop auszuschalten?

Alternativen finden

Mir ist die Wichtigkeit dessen besonders bewusst geworden, dass wir uns regelmäßig abstöpseln und auf das echte Leben konzentrieren. Die Ereignisse, die man offline erlebt, sind diejenigen, an die wir uns später erinnern. Durchgetanzte Nächte, der Geruch des Meeres oder die seltene Sichtung eines Kuckucks – das ist das, was den Moment überdauert.

Ich habe mir vorgenommen, monatlich ein Wochenende offline zu sein. Ob ich das wirklich schaffe? Ein gutes Zeichen ist wohl, dass ich mich jetzt schon richtig auf meine nächste digitale Auszeit freue.

Was du ohne Internet tun könntest:

  • eine Postkarte oder einen Brief an eine liebe Freundin / Freund schreiben (kommt von Herzen)
  • einem Hobby nachgehen oder ein neues anfangen
  • schlafen (hält zusätzlich jung und gesund!)
  • lesen (unterhaltsamer als ein Instagram Feed, for sure!)
  • rausgehen, deine Umgebung bewusst wahrnehmen
  • spontan mit jemandem verabreden oder einfach vorbei fahren und klingeln, ob er/sie zum Spielen rauskommt 😉
  • Karten- und Brettspiele spielen (bitte sag mir, dass ich mit meiner Obsession nicht allein bin…)
  • endlich ausmisten! oder gründlich putzen? (so befreiend!)
  • eine Sport-Routine entwickeln (zwei Fliegen mit einer Klappe)

Weitere Tipps für eine Auszeit findest du in diesem Beitrag.

Die liebe Melina von Vanilla Mind hat einen schönen Beitrag über das Abschalten Lernen geschrieben, den ich dir gern empfehlen möchte. Ich arbeite jetzt daran, diesen Vorsatz umzusetzen und mir die neu gewonnene Erkenntnis regelmäßig wieder vor Augen zu führen.

Das beste an der Zwangs-Pause war jetzt, dass ich innerhalb von nur 3 Tagen so produktiv war wie ewig nicht mehr. Ich habe fast alle meiner 25 Kisten ausgepackt – das hätte ich mir nicht mal selbst zugetraut 😉

Machst du das schon ab und zu, bewusst abzuschalten? Und wenn ja, wie oft? Ich freue mich auf deine Erfahrungen, ich bin ja quasi noch ein Newbie in dem Bereich 🙂

Liebe Grüße
Laura

 

 

Follow my blog with Bloglovin

Beitragsbild by Luke Ellis-Craven on Unsplash

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.