Erkenne und nutze dein Potential


Karriere, Wachsen / Samstag, Mai 19th, 2018

Erkenne und nutze dein Potential. In dir steckt mehr, als du denkst!

Potential. Ein Wort, über dessen Schreibweise wir ähnlich oft stolpern wie bei Selbständigkeit (und ja, es gehen jeweils beide Varianten) – aber über die Bedeutung und die Tragweite des Wortes denken wir vielleicht zu selten oder nicht gründlich genug nach.

Möglicherweise auch deshalb, weil wir gar nicht ahnen, was in uns steckt. Weil wir uns nicht vorstellen können, dass wir mehr erreichen könnten, als wir derzeit für möglich halten. Dabei rede ich nicht nur von beruflichem Aufstieg sondern auch von persönlicher sowie emotionaler Weiterentwicklung. Wenn du dein Potential erkennen und ausschöpfen willst, helfen dir hoffentlich diese folgenden Tipps.

Erstmal müssen wir klären…

Was bedeutet eigentlich Potential?

Das Thema meiner Bachelor Thesis hieß Talentmanagement. Ein Bereich dessen ist die Identifizierung und gezielte Förderung von sogenannten High Potentials, wie man gute Mitarbeiter auch gern nennt. Dabei ist es wichtig, zwischen aktueller Leistung bzw. Kompetenz und Potential zu unterscheiden.

Leistung= Vergangenheit + Gegenwart. Potential= Zukunft

Die Grafik kann dir den Unterschied vielleicht gut visualisieren. Auf der einen Seite steht deine aktuelle Kompetenz- der Status Quo sozusagen- und auf der anderen Seite dein Potential, das es zu nutzen gilt. Meine Definition eines Talents lautete, dass edr Begriff eine Person beschreibt, die sowohl konstant hohe Leistung als auch enormes Potential aufweist.

Beispiele für nutzbares Potential

Du bist eine erstklassige Krankenschwester und deine fachliche und persönliche Leistung ist hervorragend. Wenn wir nun aber dein Potential betrachten, dann sehe ich bei dir sogar noch mehr. In dir steckt vielleicht das Potential, eine außergewöhnlich gute Ärztin zu sein. Aber wenn du davon nicht weißt, daran nicht mal in deinen kühnsten Träumen denkst und dich auch niemand darauf aufmerksam macht, kann es sein, dass dein Potential unausgeschöpft bleibt. Und uns eine hervorragende Ärztin verloren geht.

Man kann dieses Prinzip auf viele Bereiche anwenden. Nehmen wir beispielsweise deine Gesundheit. Du machst vielleicht 1-2 Mal pro Woche Sport, ernährst dich ausgewogen und bist selten krank. Klingt ja erstmal gut. Wer weiß aber, wie sich dein körperliches Befinden steigern könnte, wenn du beispielsweise zusätzlich mentales Training in dein Leben integrierst. Wenn du erkennst, dass da noch Potential für mehr Energie, mehr Glück und mehr Selbstliebe ist. Wäre es nicht schön, das zu nutzen?

Lass uns dein Potential erkennen

  1. Probier dich aus
    • Durch Praktika, Nebenjobs, ehrenamtliche Tätigkeiten oder Hobbies kann man ausprobieren, was einem liegt und wofür man eine Leidenschaft hat. Nun gilt es, darauf aufzubauen. Die Organisation der Geldsammelaktion für deinen Verein hat dir Spaß gemacht? Mach weiter und sieh, wie viel du beim nächsten Projekt zusammen bekommst. Du spielst gern Tennis mit einer Freundin? Melde dich für ein Turnier an und sieh, wie weit du kommst. Zu verlieren hast du nichts, du kannst nur gewinnen, indem du über dich hinaus wächst.
  2. Kenne deine Stärken
    • Fokussiere dich auf deine Interessen und Kompetenzen. Wenn du gelernt hast, dass dir das Talent für den Zusammenbau von schwedischen Möbeln fehlt, brauchst du deine Energie nicht darauf zu fokussieren. Vielleicht gefällt dir stattdessen die Sprache und du kannst diese lernen?
  3. Think Outside the Box
    • Da unser Gehirn darauf trainiert ist, dieselben Nervenbahnen zu nutzen, ist es manchmal schwierig eine Aufgabe von einem anderen Standpunkt aus zu betrachten. Um dies allerdings zu üben, sollte man sich manchmal zwingen, unkonventionell zu denken. Auch so können sich Potentiale offenbaren.
    • Nehmen wir an, du bist gut in Sprachen. Das auswendig lernen und anwenden fällt dir ganz leicht. Mal ganz komisch gefragt: Warum solltest du dich nicht mal mit Informatik beschäftigen? Es heißt nicht umsonst Programmiersprache. Wenn du dich mit Java, Python oder PHP befasst wirst du vielleicht merken, wie berauschend es sein kann, Text in Objekte zu übersetzen.
  4. Betrachte deine Schwächen
    • Die Auseinandersetzung mit unseren Schwächen fällt uns nicht leicht. Und es verlangt einem einiges ab, an diesen zu arbeiten. Aber was wäre, wenn du das gar nicht musst? Wenn deine Schwäche das Potential hätte, eine Stärke zu sein? Ein gutes Beispiel dafür ist zum Beispiel Hochsensibilität. Lies hier mehr.
  5. Anysiere deinen Alltag
    • Viele Abläufe tun wir ganz automatisch. Sie fallen uns ganz einfach leicht, langweilen uns teilweise sogar, sie erfordern weder Anstrengung oder Konzentration. Welche sind das bei dir? Auch wenn du diese Taten für selbstverständlich hältst, darauf kann man aufbauen.
    • Du schreibst dir jeden Tag To Do Listen, um verschiedene Aufgaben zu priorisieren und zu organisieren. Das mag für dich vielleicht ganz normal sein aber das ist es nicht – vielen Menschen fehlt diese Strukturiertheit. Versuche es beispielsweise mal mit einem Bullet Journal und sieh, wie weit du dich und dein Leben damit optimieren kannst!
  6. Hör auf andere
    • Gerade Eltern haben so ein Talent dafür, ungenutztes Potential ihrer Kinder zu erkennen. Und werden auch nicht müde, einem das zu sagen. Aber im Ernst: Auch wenn man erwachsen ist, kann man mal auf Mutti hören. Sie kennt einen schließlich am besten.
    • Das gleiche gilt für ehrliches Feedback von Kollegen und Vorgesetzten. Wenn jemand Potential in dir sieht, hast du erstens unheimliches Glück weil du dich selbst nicht auf die Suche machen musst und zweitens ist es wirklich einen Versuch wert, dich in diese Richtung weiter zu entwickeln.
  7. Hör in dich hinein
    • Nach all den Tipps solltest du nicht vergessen, dass es am allerwichtigsten ist, wie du dich dabei fühlst. Wenn dich der Gedanke daran, Ärztin zu werden, nur in Angst und Schrecken versetzt – kein Problem. Wenn du für das Programmieren keine Begeisterung aufbringen kannst – alles gut. Dann ist es nicht deine Leidenschaft. Aber du wirst eine andere finden, wenn du deine Augen offen hältst.

 

Eine Potentialanalyse kann dir auch dabei helfen, eine Stufe weiter auf der Maslowschen Bedürfnispyramide zu klettern. Selbstverwirklichung ist schließlich das höchste, nach dem wir streben können. Wenn du deine Kompetenzen sowie auch dein Potential kennst, kannst du dein Leben dementsprechend ausrichten und bereicherst damit die beruflichen und privaten Bereiche deines Lebens.

So schöpfst du dein Potential voll aus

  1. Selbstvertrauen
    • Das wichtigste zuerst: Du musst das Selbstvertrauen entwickeln, um auf deine Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Wir alle haben diese Stimme im Hinterkopf, die uns manchmal runterzieht aber man kann lernen, diese zu ignorieren oder ganz verstimmen zu lassen. Wie du deine Selbstzweifel besiegst, liest du hier.
    • Viele Personaler wissen schon: Potential ist wichtiger als Kompetenz. Bewirb dich auf Stellen, auch wenn du deren Anforderungen nicht komplett erfüllst und vermittle voller Selbstbewusstsein dein enormes Potential, dich ain dieser Position zu entwickeln. Das macht Eindruck!
  2. Mut
    • Vor der Entscheidung, ob wir uns einer Herausforderung stellen, steht die Aufgabe, die eigenen Stärken zu erkennen und den Mut zu haben, daraus Potential zu schöpfen. Ich glaube an dich und ziehe meinen Hut vor jeder Person, die ihre Grenzen überschreitet.
  3. Gewohnheiten
    • Ich gebe zu, es ist unheimlich schwer, alte Gewohnheiten abzulegen. Damit meine ich aber vor allem feste Gedankenmuster. „Ich kann so etwas nicht“, „Das kann XY besser als ich, deshalb beschäftige ich mich nicht damit“ und so weiter… Nun, ich bin keine Psychologin. Aber es gibt einige Methoden, um das Unterbewusstsein langfristig zu modellieren. Und die Ergebnisse sind unglaublich. Was wir alles erreichen können, wenn wir uns nicht von unserem Geist blockieren lassen! Lies hier beispielsweise einen Artikel dazu von Gedankenpower.
  4. Keine Grenzen
    • Dein Potential ist nicht beschränkt auf zum Beispiel eine Branche oder einen Aufgabenbereich. Wenn du deine Fähigkeiten in Methoden- und Sozialkompetenzen verbesserst, kannst das auf viele Lebensbereiche übertragen.
  5. Positives Mindset
    • Einhergehend mit einer Stärkung des Selbstbewusstseins, solltest du immer positiv denken. Indem du deine Mentalität ins Positive veränderst, steigern sich deine Erfolgschancen auch ganz enorm. Eine gute Übung ist es, dir dich selbst vorzustellen, wie du zukünfttig sein möchtest und was du erreicht haben willst. Desto deutlicher du es visualisieren kannst, desto eher wirst du diese Person.
    • Du kannst es schaffen! Du kannst mehr sein!
  6. Feedback
    • Nimm Feedback nicht als Kritik sondern als ein Learning für dich. Auch wenn es manchmal hart ist. An nichts wächst man so gut wie an Fehlschlägen und konstruktiver Kritik. Zu dem Thema schreibe ich demnächst auch einen Beitrag…
  7. Flexibilität
    • Du bist nicht starr wie ein Baum. Du bist ein Organismus, der sich sogar recht schnell neuen Situationen anpassen kann. Lasse dich darauf ein und sieh, wohin es dich trägt.
  8. Qualität
    • Es geht nicht darum, dich in allen Bereichen zu verbessern und das nächste Universalgenie zu werden. Stattdessen geht es darum, deine Leidenschaft zu finden und darin so aufzugehen, dass du deine eigenen Grenzen überschreitest. Du musst keinen Marathon laufen und dann einen Brunnen in Afrika bauen. Beides wäre wirklich super cool, das gebe ich zu, aber fangen wir doch erstmal bei einer Sache an und setzen auf Qualität statt auf Quantität.
  9. Kenne dein Limit
    • So hart du auch an dir arbeitest, denke daran, dir deine Ressourcen einzuteilen und dir letztendlich nicht selbst zu schaden. Erholungsphasen gehören ebenfalls zur Weiterentwicklung dazu.

 

Letzte Woche habe ich über den Fachkräftemangel geschrieben (Hier kommst du zu dem Beitrag). Aktuell und akut für die Arbeitswelt ist meiner Meinung nach allerdings eher das Problem von unausgeschöpftem Potential. Wenn man es so sagen will, ist meine Einstellung dazu die Hauptmotivation für diesen Blog.

Das ist das, was ich an der Arbeit in der Personalentwicklung mochte und auch was von innen heraus antreibt – anderer Menschen Potenziale zu erkennen und ihnen Wege aufzuzeigen, diese auszuschöpfen.

Ich möchte nicht darauf hinaus, dass man eine Beförderung erzwingt oder den Job wechselt. Mir geht es bei dem Erkennen und Nutzen von Potential um viel mehr – um dein Potential selbst zu wachsen, dein Potential ein besserer Mensch zu sein, dein Potential mehr für dich zu tun – kurzum, dein Potential über dich hinaus zu wachsen.

Du hast das Potential, um über dich hinaus zu wachsen.

 

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Ich freue mich darauf, von deinen Erfolgsgeschichten zu lesen. Schreib mir gern, welches Potential noch in dir schlummert und wie du es angehen willst, das zu nutzen!

 

Liebste Grüße
Deine Laura

 

 

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Beitragsbild by Carly Jayne on Unsplash

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