Über den Fachkräftemangel und beste Jobaussichten


Karriere / Sonntag, Mai 13th, 2018

Fachkräftemangel ja oder nein? Welche Berufe in Zukunft am meisten gesucht werden

Mit der Veröffentlichung einer Studie von Korn Ferry zum Thema Fachkräftemangel vergangene Woche ist wieder Feuer in die Diskussion um die Zukunft unserer Arbeitswelt gekommen. Ich versuche diesem Unwort auf den Grund zu gehen – denn, um ehrlich zu sein – zu spüren bekommen habe ich diesen Fachkräftemangel bisher noch nicht.

Niemand, den ich kenne, hat nach dem Studium bzw. in den ersten 3 Berufsjahren einfach so mit Leichtigkeit einen Job bekommen. Selbst bei den Informatikern und Maschinenbauern war das nicht ganz so leicht mit dem Traumjob auf Anhieb. Bei Wirtschaftswissenschaftlern (wie mir) ist die Situation natürlich viel verschärfter.

Also gibt es ihn überhaupt, den generellen Fachkräftemangel? Und wenn ja, wo ist er dann? Warum ist es für qualifizierte Berufseinsteiger immer noch so schwierig, einen Job zu bekommen?

Letztens habe ich wieder gelesen, dass ein Recruiter sich 7 Sekunden Zeit für deine Bewerbung nimmt. Einfach weil er es sonst nicht schaffen würde, alle Bewerbungen für die offenen Vakanzen im Unternehmen innerhalb einer 40-Stunden-Woche zu sichten. Zusätzlich hat er ja noch andere Aufgaben. Wenn es so viele Bewerbungen auf Jobausschreibungen gibt, scheinen ja also doch noch genug Fachkräfte da zu sein, die miteinander konkurrieren.

Ich weiß nicht, wie es bei euch war, aber uns wurde in der Uni suggeriert, dass wir nach dem Abschluss unserer Ausbildung einen Top Job bekommen würden. Ich habe ein englischsprachiges Studium mit internationaler Ausrichtung, Praxisbezug und Bestnoten abgeschlossen – damit bin ich gut vorbereitet, dachte ich. Dass es nicht so leicht war, würde ich erst später merken.

Definition des Begriffs Fachkraft

Kann es sein, dass wir doch keine Fachkräfte sind? Dass man als Fachkraft doch erst jemanden mit einem Masterabschluss und 10 Jahren Berufserfahrung bezeichnet? Die Frage stellt sich mit zumindest, wenn ich sehe wie lange Leute meines Bekannten- und Freundeskreises nach Arbeit gesucht haben.

Laut Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist ein Arbeitnehmer eine Fachkraft, sobald dieser sich über den Schulabschluss hinaus qualifiziert hat, beispielsweise durch eine Ausbildung oder ein Studium.

Das heißt, Fachkräfte per se sind erstmal vom Arzt über die Friseurin bis zum Sozialarbeiter alle. Wie kann man bei dieser Masse dann von einem Fachkräftemangel ohne Spezifizierung sprechen?

In welchen Bereichen werden immer verstärkt Leute gebraucht oder: Welche Jobs bieten gute Zukunftsaussichten?

Wenn ihr noch auf der Suche nach dem richtigen Job für euch seid oder euch vielleicht beruflich umorientieren wollt, kann die folgende Auflistung für euch interessant sein.

Es gibt nämlich Berufe, die besonders stark nachgefragt sein werden in den nächsten Jahrzehnten. Wenn ihr in diesen Bereichen arbeitet, müsst ihr euch um den Wiedereinstieg nach der Elternzeit, das Einstiegsgehalt oder ein mögliches Sabbatical nicht mehr sorgen.

Seit Jahren veröffentlichen Medien solche Listen, darauf finden sich meist immer die selben Berufe, wie Mediziner, Ingenieure und Informatiker. Es gibt allerdings auch Veränderungen, so sind neuerdings auch Positionen aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Bereich dabei, wie beispielsweise aus Controlling, Vertrieb, Finanzwesen und Immobilienwirtschaft. Laut WELT Gehaltsprognose wird sogar davon ausgegangen, dass die Jahresgehälter in diesen nachgefragten Berufen um 3 bis 5% steigen.

4,9 Millionen Fachkräfte fehlen laut der jüngst veröffentlichten Studie bis 2030

Am meisten gefragt sind folgende Berufsgruppen:

  1. Arzt
  2. Bauingenieur
  3. Elektrochemiker (alternative Antriebe/ Batterie/ angewandte Materialwissenschaften)
  4. Elektroingenieur (Hochfrequenztechnologie, RFID)
  5. Fotovoltaik-Experte (Personalbedarf verdoppelt sich bis 2020!)
  6. IT-Sicherheitsexperte (Datenschutzbeauftragter jetzt Pflicht!, Schutz von Cloud Computing, Informatik/Physik/Mathematik)
  7. Maschinenbauer
  8. Mechatroniker (Mechanik, Elektronik & Informatik)
  9. Social Media Manager (Unternehmen machen Gebrauch von öffentlichen Plattformen/ Beratung notwendig)
  10. Vertriebsingenieur (Verbindung Maschinenbau / Marketing & Vertrieb)

 

Ja, die Zahlen sind schon irgendwie erschreckend. 5 Millionen Fachkräfte. Auf uns hat das aber aktuell noch keine allzu großen Auswirkungen. Namhafte Unternehmen haben nach wie vor großen Zulauf und der Wettebewerb ist ebenso hoch wie sonst.

Die Frage lautete jetzt, ob du, wenn du ohnehin über eine andere Karriere nachdenkst, aufgrund der Informationen jetzt in eins der oben aufgeführten Bereiche wechselst. Vermutlich nicht, oder?

Ich würde sagen, fang vielleicht erstmal an, dich etwas damit zu beschäftigen. Es ist nicht verkehrt, zu wissen, welche Qualitäten in Zukunft gebraucht werden. Und es ist gewiss keine schlechte Idee, sich etwas näher mit Themen wie Rechnungswesen, Datenverarbeitung oder technischer Mechanik auseinander zu setzen. Wer weiß schließlich, wozu es einem irgendwann nutzt? Und wenn es dir am Ende „nur“ hilft, dein Fahrrad selbst zu reparieren, dir den Steuerberater zu sparen oder ein versehentlich gelöschtes Dokument wieder zurück zu holen – hast du doch trotzdem gewonnen oder? 😉

Ich will damit wohl sagen, dass ich die ganze Panik nicht nachvollziehen kann. Aus Arbeitnehmersicht zumindest. Wenn es dazu führt, dass Unternehmen umdenken und optimalere Arbeitsbedingungen schaffen, um die besten Fachkräfte zu halten, kann ich das nur gutheißen.

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Liebste Grüße

Deine Laura

 

 

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