Über die Hürden bei der Jobsuche als Frau Ende 20


Karriere / Freitag, März 16th, 2018

Frauen im gebärfähigen Alter haben es noch schwerer einen Job zu bekommen, einzig allein durch die Tatsache, dass Personaler eine potentielle Gefahr des Ausfalls durch Schwangerschaft sehen. Ist das fair? Und wie gehen wir damit um?

Da ich mich in diesem Blog mit den Themen des Erwachsen Werdens beschäftige, habe ich natürlich auch über das Thema Familienplanung in diesem Kontext nachgedacht. Oder um ehrlich zu sein, denke ich sehr viel darüber nach. Über Frauen und/oder Familie und/oder Karriere.

Es ist einfach so, dass es auf uns junge Frauen so enorm große Auswirkungen hat – und zwar nicht dann, wenn wir schwanger sind, sondern lange davor. Es fängt eigentlich schon ab Mitte 20 an, wenn man nach dem Studium das erste Mal auf Jobsuche ist.

Der Arbeitsmarkt scheint ungern Platz zu schaffen für Frauen zwischen 25 und 35

Jeder Arbeitsplatzwechsel macht es schwerer. Vor einem Bewerbungssgespräch muss man sich nicht nur darauf vorbereiten, seine Stärken zu zeigen, alle wichtigen Infos über das Unternehmen zu lernen und vor dem Spiegel Ausdrucksstärke zu üben, sondern auch über mögliche Fragen und Antworten zur Familienplanung nachzudenken.

Klar, Personaler dürfen streng genommen nicht danach fragen. Das heißt aber nicht, dass sie nicht trotzdem versuchen herauszufinden, wie deine Einstellung zum Thema Kinderkriegen in den nächsten paar Jahren ist. Als normales Kennenlernen stellen sie vielleicht Fragen zur Wohnsituation, zu geplanten Urlauben oder deiner Freizeitgestaltung. Mit dem Vorwand, dich besser kennen lernen zu wollen. Und vielleicht wollen das auch manche. Aber häufig geht es vor allem darum, deine Lebensumstände einzuschätzen.

Angriff ist die beste Verteidigung?!

Man kann natürlich schlecht in die Bewerbung schreiben „Ich suche einen festen Job für die nächsten 5 Jahre, solange Kinderplanung für mich noch kein Thema ist“. – wobei ich schon von Personalern gehört habe, denen Frauen im Gespräch genau das offen ins Gesicht gesagt haben. Nur vorsorgehalber, falls sie das die Position kosten würde. Falls ein ähnlich gut qualifizierter Mann sich ebenfalls auf die Stelle beworben hat und es zur Wahl stände, ob sie oder er. Diese benannten Recruiter waren von der Offenheit dann beeindruckt – ob das aber auf alle Eindruck macht, steht auf einem anderen Blatt.

Für mich verhält es sich so – Sobald Familienplanung angesprochen wird, kannst du nur verlieren. Möchtest du Kinder, wirst du eventuell deshalb abgelehnt. Möchtest du keine, wirst du als herzlos oder unsympathisch abgestempelt und (vor allem von Personalern mit Familie) auch direkt abgeschoben.

Gibt es einen richtigen Weg, damit umzugehen?

Ich fragte mich: Heißt das aber im Umkehrschluss, dass, wenn man es nicht offen anspricht, es einfach angenommen wird, man würde bald Kinder bekommen? Und dann wird man aufgrund der bloßen Annahme abgelehnt? Das wäre doch verrückt. Auch wenn es wohl häufig so in der Realität passiert.

Einmal habe ich versucht, mein Privatleben komplett außen vor zu lassen. Ich bin persönlichen Fragen ausgewichen bzw. habe keine Antworten gegeben und meine Professionalität in den Vordergrund gerückt. Ich kann euch sagen, das ging ordentlich nach hinten los.

Ich bin allerdings auch eine sehr schlechte Lügnerin oder Ausreden-Finderin. Durch die Konzentration darauf, mich nicht zu verplappern, wurde ich unglaublich nervös und unsicher. Der Absagegrund war am Ende genau das: dass die Chemie wohl nicht gestimmt hat und ich mich anscheinend nicht wohl gefühlt habe mit dem Unternehmen.

Wahrscheinlich habe ich es aber auch nicht anders verdient. Also, wie man’s macht, macht man’s verkehrt? Oder wie?

Wie heißt die Lösung?

1. Akzeptanz

Es ist wie es ist. Du bist nun mal im gebärfähigen Alter und die Einstellung deines Gegenüber kannst du weder vorhersehen noch beeinflussen. Desto schneller du lernst, das anzunehmen, desto weniger wirst du dich darüber ärgern.

2. Zuversicht

Es wird das Unternehmen geben, das die qualifiziertesten Kandidaten einstellt, statt sich bereits beim Bewerbungsgespräch Gedanken über Elternzeitvertretungen zu machen. Es kann nur etwas länger dauern. Arbeite solange daran, deine Selbstzweifel abzulegen und wirklich alle vom Hocker zu hauen!

3. Glück

Du kannst vorher nicht wissen, wie die anderen jungen Frauen gegenüber eingestellt sind. Wenn du Glück hast, triffst du genau die Person, die persönlich mit dir auf einer Wellenlänge liegt und so froh darüber ist, dich gefunden zu haben, dass sie gar nicht über solche Unwichtigkeiten nachdenken. Tipps für die Jobsuche findest du übrigens hier.

4. Networking

Wie wir wissen, werden die meisten Jobs heutzutage intern oder durch Menschen aus dem eigenen Netzwerk besetzt. Das würde die ungleiche Wettbewerbssituation also etwas entschärfen und wer ohnehin deine Qualitäten schätzt, wird dich unabhängig von deinem Geschlecht oder Alter einstellen. Lies hier nochmal nach, wie man richtig netzwerkt und davon profitieren kann.

5. Carpe Diem

Hey sieh es mal so – das sind die besten Jahre deines Lebens! So jung sind wir nie wieder also lassen wir uns nicht davon runter ziehen, dass die Gesellschaft Vorbehalte hat. Lass sie reden und denken, was sie wollen, früher oder später wird jemand dein Potenzial erkennen und du bekommst doch den Traumjob!

 

Es tut mir leid, dass ich es so grau in grau sehe. Vielleicht habe ich schon zu schlechte Erfahrungen gemacht. Vielleicht bin ich zu ehrgeizig und kann damit schlecht umgehen, einer gewissen Willkür zum Opfer zu fallen. Aber ich arbeite an mir und meiner Einstellung.

Ich hoffe, mir kann jemand von euch eine andere, positive Seite des Ganzen aufzeigen. Ich freue mich, wenn du deine Geschichte mit mir teilst, zum Beispiel weil du gute Erfahrungen gemacht hast. Oder eine ganz andere Auffassung hast als ich. Hinterlasse mir bitte einen Kommentar!

 

Liebe Grüße
Deine Laura

 

 

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