Von Genügsamkeit und ungenutzten Möglichkeiten


Leben, Wachsen / Montag, Mai 28th, 2018

Das wahre Glück ist die Genügsamkeit - Über Genügsamkeit und warum es auch in Ordnung ist, nicht alle Möglichkeiten zu nutzen

Heute möchte ich ein Thema ansprechen, das einem in diesen Zeiten fast schon ein schlechtes Gewissen bereitet: Genügsamkeit. Ich frage mich: Muss es immer höher, schneller, weiter sein? Oder ist es auch in Ordnung, wenn man zufrieden ist mit wem, was man hat?

Ja, mein Blog handelt von Persönlichkeitsentwicklung und Wachstum. Aber was wäre, wenn man sich dort, wo man ist, wohl fühlt? Wenn man gar keine große Karriere oder keine Weltreise will? Ich bin der Meinung, dass sich Entwicklung und Genügsamkeit nicht gegenseitig ausschließen.

Mein letzter Beitrag handelte von der Ausschöpfung von Potential. Weil man sich immer verbessern und über sich hinaus wachsen kann. Daran glaube ich auch nach wie vor. Nur wohin man wächst, kann man immer noch selbst entscheiden. Es muss nicht die große Karriere oder der vollgestempelte Reisepass sein. Nicht für alle jedenfalls.

Unendliche Möglichkeiten nutzen – oder nicht?

Wenn man nicht die Ideale der Instagram-Welt teilt, hat man fast den Eindruck, sich dafür schämen zu müssen. Weil wir im Gegensatz zu unseren Eltern und Großeltern ja alle Möglichkeiten haben. Aber diese nicht ausreichend nutzen, wenn wir nicht jeden Tag ein Abenteuer erleben.

Hiermit möchte ich dich dazu ermutigen, manchmal etwas genügsamer zu sein und dich nicht dafür verstecken zu müssen. Dir gefällt dein Job? Dann hör nicht auf deine Mutter, die dir sagt, du solltest lieber nochmal studieren, damit du irgendwann mehr Geld verdienst. Du fühlst dich wohl in deinem Körper, auch wenn du nicht so aussiehst wie ein Model? Dann solltest du auch nicht versuchen, etwas zu ändern, nur aufgrund des gesellschaftlichen Perfektionsdrangs.

Mittelmäßigkeit ist verpönt. „Basic Bitch“ ist im Englischen ein Schimpfwort. Was ich allerdings immer wieder merke (gerade, als ich dieses Wochenende in Berlin war) ist, dass man heutzutage fast schon die Ausnahme ist, wenn man nicht auf jeden Trendzug aufspringt.

Das Gewöhnliche ist heute schon ungewöhnlich.

Wenn man auf die Frage hin, was man dieses Jahr für Urlaubspläne hat, einen Zielort zur Antwort gibt, der mit dem Auto zu erreichen wäre, wird man fast schon abschätzig begutachtet. Man hört oft so etwas wie: „Aber du musst uuuunbedingt mal nach Aserbaidschan – unglaublich, diese Natur! Und noch ein echter Geheimtipp!“. Dass mich nun aber nichts nach Aserbaidschan zieht, wird mal ganz gekonnt ignoriert. Oder schlimmer – wenn ich mich mal traue, diesen Gedanken auszusprechen – belächelt.

Meine Meinung heißt ja: Leben und leben lassen.

Selbstgenügsamkeit

Aristoteles sagte einst „Glück ist Selbstgenügsamkeit“ und das ist genau das, worauf ich hinaus möchte. Ich will sagen, dass es uns ausreichen sollte, wer wir sind und was wir tun, solange wir damit zufrieden sind. Wenn nicht, wenn wir das Gefühl haben, uns würde etwas fehlen, muss man etwas ändern. Keine Frage. Aber, nur aufgrund von Erwartungen des Umfelds dein Verhalten anzupassen oder mit deiner wirklichen Meinung hinterm Berg zu halten – das gilt es zu vermeiden.

So sehr ich in letzter Zeit versuche, mich zu optimieren, so klar ist mir jetzt geworden, dass ich mich nicht auf alle Bereiche gleichzeitig konzentrieren kann. Dass mir auch nicht alles gleich wichtig ist. Und dass ich nach meinem Gefühl handeln möchte, nicht nach Erwartungsdruck und selbstauferlegten Zwängen.

Ich habe auch genug

Wie ihr wisst, bin ich jemand, der gern neue Sachen ausprobiert. Der gern an sich arbeitet und weiterentwickeln möchte. Aktuell bin ich an einem Punkt, an dem ich sage: ich habe jetzt mit diesem Blog genug erreicht. Für mein Empfinden. Ich muss nicht weiter nach dem Höchsten streben.

Ich verdiene hiermit kein Geld, ich möchte lediglich Menschen helfen. Das kann ich allerdings nur so lange, wie es mir auch selbst Freude bereitet. Noch immer habe ich ganze Notizbücher voll mit Themen-Ideen. Aber mir fehlt derzeit die Begeisterung dafür, diese auszuformulieren und nieder zu schreiben.

Weil ich lieber etwas anderes anfangen möchte, meine Zeit in ein neues Hobby investieren.

In sämtlichen Blog-Ratgebern heißt es, man solle auf jeden Fall regelmäßig, d.h. allermindestens einmal pro Woche einen qualitativ hochwertigen Beitrag veröffentlichen. Dazu noch die aktive Präsenz in sozialen Medien. Man muss nicht nur selbst kreativ werden und Persönlichkeit in Bildern und Stories einbringen sondern zusätzlich auch fleißig liken, kommentieren und abonnieren.

Ich bin Instagram überdrüssig geworden und versuche (gerade jetzt im Sommer) nicht mehr so viel Zeit am Handy oder vor dem Bildschirm zu verbringen. Sollte ich die unbändige Lust verspüren, wieder zu schreiben, werde ich es dir über Instagram & Pinterest mitteilen. Wenn es ein Problem gibt, zu dem du einen Ratschlag oder eine Hilfestellung benötigst, schreib mir gern jederzeit eine Email an kontakt@entspannterwachsen.de.

Was ich stattdessen mache? Ca. 50 Stunden der Woche und damit den Großteil meiner wachen Zeit verbringe ich mit arbeiten und pendeln. Nun habe ich in meiner Freizeit endlich angefangen, zu meditieren und will das auf jeden Fall vertiefen. Ich möchte auch regelmäßiger schwimmen und laufen gehen, nähen lernen, Volkshochschulkurse besuchen, meine Sprachkenntnisse vertiefen, ein neues App-Projekt starten und und und.

Es sollte in diesem Beitrag um Genügsamkeit gehen. Dabei ist es für mich eine Herzensangelegenheit, gerade in meiner aktuellen Gemütslage, einfach mal zu sagen: Ich habe genug, das reicht mir. Ich muss kein erfolgreicher Blogger werden. Ich muss damit kein Geld verdienen. Mir genügt es, eine kleine Bloggerin zu sein, die insgesamt nur Besucher knapp unter dem fünfstelligen Bereich hat(te). Man könnte sich vornehmen, dass man bis dahin weiter macht – bis man diese Grenze überschreitet und damit einen Meilenstein erreicht. Aber wofür?

Ich bin lieber zufrieden, mit dem, was ich habe und wie es ist. Wie ich mich derzeit fühle. Und ich hoffe, das ist ok. Vielleicht ermutigt es dich, auch glücklich zu sein mit deiner aktuellen Situation und dein Leben zu erschaffen, wie du es dir wünschst.

Liebste Grüße
Deine Laura

 

 

Beitragsbild von Caleb Stokes via Unsplash

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