Ein Hoch auf die Hochsensibilität


Wachsen / Freitag, Februar 23rd, 2018

Grafik: Bist du hochsensibel?

Hochsensibilität wird nach wie vor in der Gesellschaft mit negativen Assoziationen verbunden. So richtig darüber sprechen tut niemand. Die eigenen Geschwister nennen einen Heulsuse, der Vorgesetzte unbelastbar, die Freunde Jammerlappen.

Wissenschaftler schätzen, dass etwa 20% der Bevölkerung hochsensibel sind. Wenn es also jeden Fünften betrifft, wie kann es dann sein, dass Sensitivität mit Schwäche gleichgesetzt wird?

Ich wollte für mich herausfinden, was Hochsensibilität wirklich bedeutet, woran man es erkennt und ob es zurecht so wenig anerkannt wird.

Eins kann ich vielleicht schon mal offenlegen: Ich bin hochsensibel und finde das mittlerweile gar nicht mehr schlimm.

Was ist Hochsensibilität? Und wie erkennst du, ob du hochsensibel bist?

Auf Englisch heißt Hochsensibilität „High Sensory Processing Sensitivity“, oder abgekürzt HSPS, daher stößt man auch manchmal auf den wörtlich übergesetzten Begriff Hochsensitivität. Es gibt bereits viele Forschungen und interessante Studien zu dem Thema, allerdings auch noch viele Unbekannte. So weiß man bisher unter anderem, dass Hochsensible besonders stark auf Sinneswahrnehmungen wie Geräusche, Gerüche, Geschmäcke, Schmerz, Farben oder Licht reagieren. Auch die inneren Empfindungen werden verstärkt wahrgenommen.

Als wichtig erachte ich die Erkenntnis, dass Hochsensibilität ein Persönlichkeitsmerkmal darstellt und keine Krankheit. Dementsprechend heißt es auch nicht, dass man es bekämpfen sollte sondern stattdessen lernt, damit umzugehen und es als Stärke anzuerkennen.

Auf dieser Seite kann man einen Test machen, ob man normal sensibel oder hochsensibel ist. Also in welchem Ausmaß man Reize wahrnimmt und verarbeitet.

Es heißt nämlich nicht, dass man hochsensibel ist, nur weil man nicht gern von Menschenmengen umgeben ist. Stattdessen kann Hochsensibilität sich aus überreizten Eindrücken und sozialen Interaktionen zusammensetzen.

So lassen sich hochsensible Menschen beispielsweise sehr stark von Emotionen anderer Personen beeinflussen. Das kann positive oder negative Folgen haben. Wenn du dich mit Menschen umgibst, die dich mit ihrer negativen Energie herunterziehen, solltest du als hochsensible Person lieber von ihnen Abstand nehmen. Wie, erfährst du in diesem Beitrag. Natürlich kann es aber auch von Vorteil sein, sich besser in andere hineinversetzen zu können.

Hochsensibilität als Stärke

Du bist hochsensibel? Herzlichen Glückwünsch!

Du dachtest vielleicht immer, dass das etwas Schlechtes sei, weil uns seit der Kindheit eingeredet wird, dass man eine harte Schale braucht. Stattdessen ist es jetzt aber an der Zeit, diese Charaktereigenschaft als positiv anzusehen und dementsprechend stolz darauf zu sein.

Ich bin hochsensibel. Und das ist meine Stärke.

Die stark ausgeprägte Empathie und hohes Einfühlungsvermögen bilden bedeutende Vorteile von Hochsensitivität. Nicht nur im Privat- sondern auch im Berufsleben. Wer beim Bewerbungsgespräch unsympathisch rüberkommt oder sich mit Kollegen und Kunden nicht versteht, wird auf Dauer keinen Erfolg haben. Stattdessen hast du die Fähigkeit, die Emotionen deines Gegenüber zu lesen und dementsprechend zu handeln. In Zeiten, wo jeder dritte Job durch Kontakte vergeben wird und Networking wichtiger denn je ist, kann dich deine Hochsensibilität weit bringen.

Weitere Studien haben gezeigt, dass hochsensible Menschen einen stärkeren Gerechtigkeitssinn haben, harmonieorientierter sind, vor Kreativität strotzen und mehr Leidenschaft bei der Umsetzung eines Projekts zeigen. Eigentlich unfassbar, dass bei solchen Ergebnissen noch jemand negativ über Hochsensibilität denkt.

Wenn es dir manchmal doch alles zu viel wird und du deine Hochsensibilität eher anstrengend findest, sieh es mal so: Du erlebst mehr. Du nimmst deine Außenwelt mit allen Sinnen ungefiltert wahr. Du erkennst die Schönheit in kleinen Dingen und kannst angenehme Momente stärker genießen. Von diesen Augenblicken kannst du zehren, wenn du in einer lauten oder hektischen Umgebung bist und davon gestresst fühlst.

Wie gehst du mit Hochsensibilität am besten um?

Heutzutage haben viele Menschen beruflich oder privat mit Stress zu kämpfen. Auch diejenigen, die nicht hochsensibel sind, fragen sich, wie sie am besten damit umgehen können. Daher solltest du dich besonders gut um deinen Körper kümmern und dadurch vor Krankheiten oder Überreiztheit schützen. Eine Auszeit ab und zu solltest du dir also gönnen.

Interessante Hinweise zum Umgang mit Stress als hochsensibler Mensch findest du unter anderem auf zartbesaitet.net. Wichtig ist dabei, dass du lernst, was dich beruhigt und wie du dich am besten von der Anstrengung erholen kannst. Bei mir ist es beispielsweise ein Spaziergang in der Natur, das Abschalten meines Handys oder ein Wochenende bei meinen Eltern an der Ostsee.

Das Internet und die damit verbundene Informationsflut kann für hochsensible Personen eine Überforderung verursachen. Ich kenne das von mir selbst, wenn ich eine Hausarbeit in der Uni schreiben musste, ich konnte nicht aufhören, zu recherchieren und wollte immer noch mehr erfahren. In diesem Fall lautet der Rat, sich irgendwann zu zügeln und der Reizüberflutung damit einen Riegel vorzuschieben. Den Perfektionismus bewusst stoppen, ist also die Devise (ich arbeite noch daran! 😉 ).

Ärzte empfehlen außerdem, Medititation und Entspannungstechniken auszuprobieren und dadurch zu trainieren, seine Aufmerksamkeit umzulenken beziehungsweise Reize bewusst auszublenden.

Das passt gut zu meinem Vorsatz, dieses Jahr wirklich mit dem Meditieren anzufangen. Wenn ihr damit bereits Erfahrungen habt oder weitere Tipps, lasst es mich gern in den Kommentaren wissen!

Weitere Links

Wenn du mehr zu dem Thema wissen willst, schreib mir gern. Ich habe auch Lust darauf bekommen, mich noch etwas mehr damit zu beschäftigen und kann gern noch weiterführende Artikel dazu schreiben. Vielleicht konnte dir dieser Beitrag dabei helfen, deine Unsicherheit zu überwinden und zu erkennen, wie viel Potential in deiner Hochsensibilität steckt.

Liebste Grüße
Laura

 

 

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Photo by Ugur Akdemir on Unsplash

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